Bargeld noch immer beliebtestes Zahlungsmittel der Deutschen

Bloged in Wirtschaft und Politik von admin Montag Juli 27, 2009

Die Deutschen bleiben allen modernen Zahlungsformen zum Trotz beim Einkauf dem klassischen Bargeld treu. Das ist das Ergebnis einer aktuell von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland“, welche auch in „Tankstelle heute“ zu lesen ist. Noch immer werden 82,5 Prozent der hiesigen Transaktionen bar bezahlt. Die EC-Karte, die mittlerweile offiziell Girocard heißt, wird in 11,9 Prozent der Einkäufe zum Einsatz gebracht, die Kreditkarte kommt sogar nur in 1,4 Prozent der Fälle zum Zuge. Besonders hoch sei die Barzahlungsquote bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren sowie älteren Verbrauchern über 55, teilte die Bundesbank mit. Der Anteil der Barzahlungen ist nach der Studie umso höher, je niedriger das Einkommen ist – und liegt in Westdeutschland deutlich über dem Wert im Osten.

Gemessen am Wert der bezahlten Waren und Dienstleistungen liegt der Baranteil bei 57,9 Prozent, der Anteil der Girocard bei 25,5 Prozent und der der Kreditkarte bei 3,6 Prozent. Den Unterschied zum Anteil an den Transaktionen führen die Experten der Notenbank darauf zurück, dass insbesondere kleinere Beträge bar bezahlt werden, Kreditkarten eher für höhere Summen (wie zum Beispiel der Kreditkarte der DAB Bank mit Giroknto).

Die Studie zeigt auch, dass in Kneipen, Cafés und Schellrestaurants fast ausschließlich bar bezahlt wird. Auch in Supermärkten und Discountern wird beim Bezahlen deutlich häufiger zu Scheinen und Münzen (69 Prozent) gegriffen als zu Girocards (28 Prozent) oder Kreditkarten (1 Prozent). Im Internet werden Zahlungen vor allem per Überweisung (57 Prozent) und anderen Zahlungsweisen (27 Prozent) wie Lastschrift oder dem innovativen Pay-Pal ausgeführt.

Die aktuellen Markt-Daten zeigen, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 118 Euro in seiner Geldbörse hat. 6,70 Euro in Münzen und den Rest als Papiergeld. 90 Prozent der Deutschen hätten mindestens eine Girocard.

Auch in Zukunft werde Bargeld das wichtigste Zahlungsmittel bleiben, erklärte Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin. “Kurzfristig ist eine deutliche Bargeldverdrängung durch unbare Zahlungsinstrumente unwahrscheinlich.”* Das liege unter anderem an der Dichte der Geldautomaten, über die sich die Verbraucher schnell mit Bargeld versorgen könnten. Lediglich wenn der Handel im Internet weiter wächst und die Deutschen ihr Zahlungsverhalten in Folge umstellen, sei ein mittel- bis langfristiger Rückgang des Bargeldanteils möglich.

Für die Studie befragte die Bundesbank im Frühjahr 2008 knapp 2300 volljährige Deutschsprachige, die in Deutschland in einem Privathaushalt leben.

*Pressenotiz der Deutschen Bundesbank (http://www.bundesbank.de/download/presse/pressenotizen/2009/20090707.studie_zahlungsverhalten.php

www.bundesbank.de/download/bargeld/pdf/bargeld_studie.pdf



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