Gewinn sinkt bei American Express um 79 Prozent
Die Kreditkartenanbieter spüren jetzt die Kauf-Flaute ihrer Kunden. Am schlimmsten hat es den US-Kreditkartenanbieter American Express (Amex) getroffen, der uns bekannt durch seine American Express Gold Card ist.
Im vierten Quartal 2008 brach der Gewinn um 79 Prozent zum Vorjahr ein und beträgt jetzt 172 Millionen Dollar (Vorjahr: 831 Millionen). Somit sank zum fünften Mal in Folge der Gewinn bei Amex (wir berichteten bereits „Gewinneinbruch bei American Express). Der Umsatz im Zuge dessen ging um 11 Prozent auf 6,51 Milliarden Dollar zurück.
Betrachten wir jetzt das gesamte Jahr 2008, so ging der Gewinn des US-Kreditkartenanbieters um 34 Prozent auf 2,63 Milliarden Dollar zurück.
Insgesamt ist positiv zu vermerken, dass Gesamtumsatz von Amex um drei Prozent auf 28,37 Milliarden Dollar leicht gestiegen ist.
In den USA ging besonders deutlich das Geschäft von American Express zurück. Die durchschnittlichen Kreditkartenumsätze brachen um stolze 13 Prozent ein, der Gewinn der Kreditkartenumsätze sank um 43 Prozent auf 4 Millionen Dollar.
Außerhalb der USA sieht das Geschäftsergebnis nicht ganz so schlimm aus. In diesen Gebieten gingen die durchschnittlichen Ausgaben je Kreditkarte nur um zwei Prozent zurück, der Gewinn sank um acht Prozent auf 36 Millionen Dollar. Desweiteren schlug auch der Stellenabbau im Oktober von 7.000 Jobs negativ zu Buche. Dieser kostete dem Unternehmen satte 273 Millionen Dollar.
In Folge der Finanzkrise streicht der Konzern zusätzlich 10 Prozent der Arbeitsplätze und belastet so zusätzlich den Überschuss.
Kenneth Chenault, Chef von American Express sagte, dass das Marktumfeld so schroff sei, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Er sagte weiter, dass er mit weiteren Zahlungsausfällen bei Kreditkartenrechnungen rechnet. Denn viele Amerikaner haben hohe Schulden und schichten sie von einer Kreditkarte zu einer nächsten um.
Wie die Marktführer Visa (kostenlose Visa Card) oder Mastercard (kostenlose Mastercard) abschließen, bleibt noch abzuwarten, denn ihre Zahlen veröffentlichen sie erst nächsten Woche. Eins steht jedoch schon fest: Ganz so schlimm trifft es die beiden nicht. Denn sie bleiben nicht auf den Kreditkartenschulden sitzen, sondern ihre Mitgliedsbanken.
Die Hiobsbotschaften bei American Express reißen nicht ab, nachdem sie erst kürzlich eine Milliarden teure Finanzspritze vom Staat erhalten haben und das US-Finanzministerium Vorzugsaktien von Amex übernahm. Des Weiteren wandelte sich American Express in eine Bank um, um auch von dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsfonds der US-Regierung ein Stück abzubekommen.
Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, was sich noch alles auf dem deutschen Kreditkartenmarkt tut, und ob es auch in Zukunft Banken geben wird, die zum Beispiel Kreditkarten ohne Schufa anbieten.

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