Datenskandal um die LBB ist geklärt

Bloged in News von admin Sonntag Dezember 21, 2008

Die LBB, uns bekannt durch ihre Kreditkarte LBB Visa Prepaid hat die kurioseste Geschichte des Jahres auf ihrer Seite. Der Skandal um gestohlene Kreditkartendaten hat sich geklärt, und das anders, als die ganze Republik gedacht hatte. Zwei Kuriere, sechs Pakete und ein Christstollen – und hungrige Kuriere.

So spielte es sich wohl, was die Staatsanwaltschaft Frankfurt heute in einer kurzen Presseerklärung mitteilte: Zwei Kuriere eines Kurierdienstes hatten auf ihrer Dienstfahrt Hunger bekommen. So öffneten sie ein Paket, das ursprünglich an die „Frankfurter Rundschau“ gerichtet war, entnahmen diesem einen Christstollen und schickten stattdessen ein Paket mit tausenden von Kreditkartendaten an die Tageszeitung in Frankfurt. Der eigentliche Empfänger des Paketes, die Landesbank Berlin (LBB) erhielt dann statt der sechs an ihn gerichteten Pakete nur noch deren fünf. Das andere Paket, das die LBB eigentlich auch hätte erhalten sollen, ging dann an die „Frankfurter Rundschau“ und von dort ging es durch sämtliche Medien. Angesichts des geringen Schadens dennoch ein großer Verlust.

Nicht überliefert ist indes, ob denn der Stollen den beiden Kurieren gemundet hat, oder ob er ihnen, nachdem klar war, was sie da angerichtet hatten, im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken geblieben war. Ihre Stelle dürften sie jedoch, kurz vor Weihnachten, verloren haben, denn anders könnte ein Arbeitgeber kaum reagieren auf eine solche Tat.

Denn wenn auch dadurch kaum ein Schaden entstanden ist, und das Image der LBB schnell wieder aufpoliert sein wird, so bleibt ein Diebstahl ein Diebstahl. Die Frage ist vor allem: Was wäre passiert, wenn das Paket nicht bei der „Frankfurter Rundschau“, sondern bei irgendwelchen zwielichtigen Gestalten gelandet wäre? Der betroffene Kurierdienst auf jeden Fall wird nun handeln müssen – und wahrscheinlich keine Aufträge mehr von AtosWorldline und der LBB.

Es bleibt nur eine Frage. Wieso haben die Landesbank Berlin und AtosWorldline zwischenzeitlich Missbrauch von Kreditkartendaten zugegeben? Schon vorbeugend, oder lief da schon mal früher was schief und nur hat keiner es gemerkt – oder es womöglich nicht öffentlich machen wollen, um eben keinen Imageschaden zu haben? Hier besteht nun Aufklärungsbedarf für beide, und zwar gründlich. Der Hunger der beiden Kuriere und die Kuriosität dieser Geschichte dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass es wohl tatsächlich bereits zuvor zu Unregelmäßigkeiten gekommen war. Interessant auch die Frage, wieso es so lange gedauert hat bis zur Aufklärung dieser eigentlich sehr humorvoll anmutenden Geschichte.

Fakt ist: Solange die Arbeit mit hochbrisanten Daten ausgelagert wird an Drittunternehmen, kann ein Datendiebstahl geschehen. Bei dieser Geschichte sind zwar alle Beteiligten (wohl bis auf die nun höchstwahrscheinlich arbeitslosen Kuriere) mit einem blauen Auge davon gekommen. Ein anderes Mal könnte es aber ganz anders kommen. Vielleicht war diese ganze Sache, so kurz vor Weihnachten, eine Warnung, in Zukunft besser auf zu passen und sorgfältiger mit den anvertrauten Daten umzugehen. Nicht nur bei Kurierdiensten, sondern auch und gerade bei Banken und den beauftragten Drittunternehmen.



One Response to “Datenskandal um die LBB ist geklärt”

  1. [...] einigen Monaten war die LBB zwar wegen einem mysteriösen Datenklau im Gespräch, dieser hat sich dann jedoch als ein sehr kurioses Vertauschen zweier Pakete durch [...]

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