Der Kreditkartenanbieter Visa geht an die Börse
Wie wir bereits in unserem Blog „Geht Visa an die Börse?“ berichtet haben, ist Visa nun seit dem 19.3.2008 an der New Yorker Börse notiert. Dieser Börsengang ist somit der größte in der Geschichte der USA (www.shares-online.de/ berichtete). Visa erreicht ein Erlös von 17,9 Milliarden Dollar und übertrumpft somit den Telekom-Konzern AT&T. Dieser hatte bei seinem Börsengang im Jahre 2000 einen Erlös von 10,6 Milliarden Dollar erreichen können.
Noch drei Wochen vor dem geplanten Showdown hatte Visa eine Spanne von 37 bis 42 Dollar je Aktie festgelegt. Einen Tag vor dem Börsengang vermeldete der Konzern zusätzlich einen Aufschlag. Bei fünfzehnfacher Überzeichnung der Aktie lag der Ausgabepreis schlussendlich bei 44 Dollar, der erste Kurs lag bei fast 60 Dollar. Laut dem „FinanzBlog“ wurden bei diesem Börsengang insgesamt 406 Millionen Anteilsscheine offeriert.
Der Zeitpunkt des Börsenganges ist laut Experten gewagt. Denn die US-Volkswirtschaft befindet sich die in einer Rezession. Demnach dürften die Nachfragen nach neuen Aktien sehr gering ausfallen. Hingegen dürfte der Börsengang des Konkurrenten MasterCard, der im Mai 2006 an die Börse ging, Visa optimistischer stimmen. MasterCard konnte damals 2,4 Milliarden Dollar mobilisieren. Diese Aktie wurde zum Börsengang mit je 40,30 Dollar gehandelt und kostet nun nach zwei Jahren 285 Dollar pro Stück. Sollte Visa auch einen solchen Steilflug wie sein Konkurrent Mastercard gelingen, will das Unternehmen bei entsprechender Nachfrage weitere 40,6 Millionen Aktien veräußern. Dies hätte zur Folge, dass Visa an der Börse über einen Wert von knapp 20 Milliarden Dollar verfügt.
Visa übernimmt lediglich die Abwicklung des Zahlungsverkehrs sowie die Herstellung der Kreditkarten. Beachtet man diesen Sachverhalt, kommt man zu dem Entschluss, dass die Erträge von Visa überhaupt nicht unter der Finanzkriese leiden können. Denn die nötigen Kredite vergibt nicht Visa selbst. Sondern die Banken fungieren als Kreditgeber und stellen die Kredite bereit. Visa stellt als Abwicklungsdienstleister den Banken für jede Transaktion die entsprechenden Gebühren in Rechnung. Je höher die Gebühren und je mehr Transaktionen mit einer Visacard durchgeführt werden, umso stärker wächst der Gewinn von Visa.
Doch genau hier lauern auch Gefahren. Denn die Kreditkartenunternehmen sind durch andere Zahlungssysteme wie PayPal, elektronische Lastschrift oder versicherte Vorab-Überweisung mächtig unter Druck geraten, wie unter www.shopbetreiber-blog.de/ zu lesen ist.
Des Weiteren wurden die beiden Kreditkartenunternehmen MasterCard und Visa von der Kartellbehörde unter die Lupe genommen. Beiden wird vorgeworfen, bei Kreditkartenzahlungen in Geschäften und Hotels, ihren Kunden zu hohe Kreditkartengebühren berechnet zu haben. Müssten beide Unternehmen der Forderung der Kartellbehörde nachkommen, dann würde die Rendite von Visa von zuletzt 30 Prozent wegschmelzen. So hoffen die Unternehmen als auch die Anleger darauf, dass die Forderungen der Behörden an die Kreditkartenunternehmen fallen gelassen werden. Diese Hoffnung, dass die Forderungen nicht durchgesetzt werden, ist somit keine gute Basis für die Kaufentscheidung einer Aktie.
