Geht Visa an die Börse?

Bloged in News von admin Montag März 17, 2008

Wenn Visa in diesem Jahr an die Wall Street gehen würde, wäre es die größte Emission in der Geschichte von Amerika und der zweitgrößte Börsengang der Welt. Denn die Aktie des amerikanischen Kreditkartenunternehmens ist bis zu 19 Milliarden Dollar schwer. Visa würde somit den Börsengang von AT&T Wireless aus dem Jahre 2000 übertrumpfen, die damals einen Wert von 10,6 Milliarden Dollar besaßen. Eine Übersicht der Top-Ten Börsengänge in den USA befindet sich hierzu im FiLS FinanzBlog. Geplant ist der Börsengang im ersten Halbjahr 2008. Zum Angebot stehen hierbei 406,6 Millionen Visa-Aktien mit einem Preis von 37 bis 42 Dollar, bei Bedarf können weitere 40,6 Millionen Aktien ausgegeben werden. Die Erlöse auf dem Börsengang sollen hauptsächlich in neue Zahlungstechnologien gesteckt werden.

Dass sich ein solcher Börsengang lohnt, zeigt die Konkurrenz. Dies würde Visa sehr gut tun, denn die Kurse sind in letzter Zeit stark gefallen. Der Kurs der Aktie von MasterCard hat sich seit dem Börsengang 2006 verfünffacht. MasterCard erlöste damals 2,4 Milliarden Dollar.

Dass der Markt für Kreditkarten schnell wächst, war allen bekannt. Nach einer neuen Studie werden schon im Jahre 2010 über 50 Prozent der Käufe mit dem Plastikgeld abgewickelt. Dazu tragen auch die kontaktlosen Zahlkarten bei, die jetzt eingeführt werden, nachzulesen auch unter www.retail-blog.de. Dank des integrierten Funkchips werden diese Karten an ein Lesegerät gehalten und der Betrag wird von der Kreditkarte abgebucht. Mit Erfolg. Im vieren Quartal 2007 verdoppelte Visa seinen Gewinn zum Vorjahr auf 424 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Mastercard hatte einen Gewinn von 304 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar.

Da Visa selbst keine Kredite vergibt, bleiben sie auch von der Kreditkrise im Gegenteil zu den Banken weitgehend verschont, bei denen diese Kreditkartenkonten geführt werden.

Da in Deutschland die EC-Karte noch so beliebt ist, gilt es hier dieses Problem zu lösen. Visa hat hierzu ein Produkt auf den Markt gebracht: es heißt „V-Pay“ (mehr Infos unter shopblogger.de). Mit nur mäßigem Erfolg. Um diesen Erfolg voranzutreiben, ist Visa bereit den Europäischen Teil des Unternehmens vom Weltkonzern Visa Inc. loszulösen. Dieser würde dann unter dem Namen „Visa Europe“ laufen und würde dann auch nicht an dem geplanten Börsengang teilnehmen.

MasterCard hingegen hat mit anderen Problemen zu kämpfen. Denn die Europäische Kommission verbietet die Gebühren für grenzüberschreitende Kartenzahlungen von ihrem Debitprodukt Maestro. Hierzu können Sie einen interessanten Bericht unter www.zvt-news.de lesen.



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