Die Kreditkartenkrise ist in England angekommen
Die Kreditkrise hat sich jetzt auch zur Kreditkartenkrise ausgeweitet. So in etwa könnte man denken, wenn man die Schlagzeile liest, die heute bereits im Handelsblatt die Runde machte. Eine erst im letzten Jahr von der Citigroup übernommene Direktbank aus England namens Egg hat heute mehr als 160.000 Kunden ihre Kreditkarten gekündigt und eingezogen. Das sind immerhin rund sieben Prozent der Kunden des Geldinstitutes. Laut Angaben der Bank betraf diese Kündigung aber nur Schuldner, die eine schlechte Zahlungsmoral aufgewiesen haben. Diese können jetzt noch 35 Tage lang mit ihren Kreditkarten shoppen, danach müssen sie sich nach einer neuen Bank umsehen. Und es wird immer unwahrscheinlicher, dass derartige Kunden anderswo noch eine kostenlose Kreditkarte bekommen, denn die Banken sind extrem vorsichtig geworden.
Dass gerade eine zur Citigroup gehörende Direktbank als erste zu solch drastischen Maßnahmen gegriffen hat, zeigt den Ernst der Lage und die derzeitige Einstellung in der amerikanischen Konzernzentrale. Immerhin hat die Citigroup als eine der größten Banken weltweit bereits rund 17 Milliarden Dollar an Wertberichtigungen und Abschreibungen vornehmen müssen. Ein Bilanzverlust und die Streichung der Dividende waren die ersten Auswirkungen dieser Abschreibungen für die Aktionäre.
Entsprechend heftig sind die Reaktionen und Meinungen zur Citibank im Internet, die sich noch am besten aus amerikanischen Blogs wie etwa biggerpockets.com ableiten lassen. Weiteren Kollateralschaden würde der ohnehin schon angeschlagene Riese kaum noch verdauen können.
Schon jetzt hat man sich den Staatsfonds von Abu Dhabi als größten Aktionär und Kapitalgeber an Bord geholt. Die Beteiligung der Abu Dhabi Investment Authority beträgt dabei 7,5 Mrd. Dollar.
Ursprünglich wollte sich auch der chinesische Staatsfonds an der Citigroup beteiligen, hat inzwischen aber von diesem Vorhaben Abstand genommen. Bleibt zu hoffen, dass die Aktion bei der englischen Egg Bank ein Einzelfall bleibt und nicht noch mehr Kunden der Citigroup oder einer ihrer Tochtergesellschaften ihre Kreditkarten verlieren.

[...] auch immer die Rede von einer möglichen Kreditkarten-Blase. Bislang blieb sie jedoch aus, die Kreditkartenkrise, dies könnte sich aber in wenigen Monaten schon ändern. Und der Ursprung könnte [...]