Happy-Digits Bonusprogramm der Karstadt-Mastercard
Vielen Verbrauchern, die aktuell auf der Suche nach einer kostenlosen Kreditkarte sind, dürfte die kostenlose Mastercard der Karstadt Quelle Bank ein Begriff sein. Zuletzt wurde diese rundum empfehlenswerte Kreditkarte im großen Vergleichtest der Stiftung Warentest (Finanztest Ausgabe 05/2007) als eine von zwei aus insgesamt 43 getesteten Kreditkarten als Spitzenreiter mit der Bewertung „Kostenlos ohne Wenn und Aber“ empfohlen. So weit so gut, denn auch in unserem Vergleich kostenloser MasterCards belegt diese Karte einen der Spitzenplätze, wenn es um dauerhaft kostenlose Kreditkarten geht. Was viele Verbraucher aber nicht wissen, für diese Karte gibt es seitens der Karstadt Quelle Bank die Möglichkeit, gegen ein Entgelt von 19,90 Euro pro Jahr am Happy-Digits Bonusprogramm teilzunehmen.
Wir haben uns natürlich die Frage gestellt, ob sich diese zusätzlichen 19,90 Euro lohnen. Dafür ein kurzer Blick hinter das Bonussystem: Wer beim Einkaufen Happy-Digits sammelt, kann diese entweder in Prämien umwandeln oder sie sich bar auszahlen lassen. Bei einer Barauszahlung bekommt der Kunde derzeit pro Digit einen Cent ausgezahlt. Für Umsätze bei teilnehmenden Partnern gibt es derzeit je nach Partner aller 1 bis 3 Euro Umsatz einen Digit. Wie viele Bonuspunkte der Kunde also sammeln kann, hängt auch davon ab, wo er seine Ausgaben tätigt.
Uns interessiert aber nicht primär diese Prämienhöhe, sondern ab wann die Barauszahlung seiner Happy-Digits den Besitzer einer Karstadt MasterCard besser stellt, als die Gebühren, die er für die Nutzung des Programms zahlt. Gehen wir von 1 Digit pro Euro Umsatz und einer Barauszahlung von einem Cent pro Digit aus, so muss der Kunde derzeit 1.990 Euro Umsätze im Jahr bei Happy-Digits-Partnern mit seiner MasterCard tätigen, damit sich die Aktion für ihn rechnet. Nimmt der die mit 10 Euro zwar preiswerte, aber dennoch kostenpflichtige Option einer Partnerkarte wahr, so müssen mit beiden Karten rund 3.000 Euro pro Jahr umgesetzt werden, damit die Auszahlungen die Teilnahmegebühren übersteigen. Für Verbraucher, die ihre Kreditkarte nur im Urlaub oder gelegentlich einsetzen, also eindeutig zu viel. Lediglich Personen, die ihre Kreditkarte auch beim Tanken oder dem Mieten eines Autos einsetzen, werden im Jahresumsatz oberhalb dieser rund 2.000 Euro liegen und echte Vorteile aus diesem Angebot ziehen.
Von daher unser Fazit: das Zusatzangebot der Karstadt MasterCard eignet sich nur für Verbraucher, die durch regelmäßige Nutzung mehr als 2.000 Euro Umsätze bei Happy-Digits-Partnern mit ihrer Kreditkarte bezahlen. Für alle anderen Verbraucher rechnet sich das Angebot nicht.
Wichtig für den Verbraucher ist, wie überall sonst aber auch, über aktuelle Bonusaktionen informiert zu sein. So findet man zum Beispiel im Blog von Klaus Nahr unter „Ich habe ja keine Ahnung von Marketing…“ den Hinweis, dass einem die Telekom die Anzahl der Happy-Digits-Bonuspunkte bei allen Teilnehmern verdoppelt, wenn man sich auf deren Webseite dafür registriert. Zwar ist diese Aktion bereits ausgelaufen, aber wer sich ständig über ähnliche Möglichkeiten informiert, für den kann sich die Teilnahme am Bonusprogramm noch schneller rechnen, als wir es in unserem Beispiel vorgerechnet haben.
Wie sehr Bonuskarten in Deutschland verbreitet sind, zeigt eine interessante Statistik auf payback.trnd.com. Laut dieser, unter „Karten im Geldbeutel“ veröffentlichten Statistik, rangiert die Payback-Karte als führendes Bonussystem direkt hinter der Krankenversicherungs- und der EC-Karte, was ihre Verbreitung angeht.
